Warum ist die indische Kuh Heilig?

21.07. 2011

 

Eine fröhliche Kuh, bunt geschmückt und von jedem angebetet. Das ist kein Ausschnitt aus einem Kinderbuch, sondern Alltag auf indischen Straßen. Dort ist die Kuh nicht nur ein Weidentier, sondern gleich heilig. Muh statt Allah und Heiligenschein statt Glöckchen.

Aber wie kommt diese Tradition nach Indien?
Dort hat die Kuh eine besondere Stellung durch die Jahrtausende alte hinduistische Religion und ist unantastbar. Grundgenug für viele Inder bis heute  kein Rindfleisch zu essen. Außer der Heiligkeit hat die Kuh noch einiges mehr zu bieten, benannt nach den fünf Gaben tief verankert im hinduistischen Glauben.

Die erste Gabe ist auch uns bekannt: die Milch. Lecker und gesund wird sie in Indien vor allem für Lassi und Chai, indischen Tees, genutzt. Eine weitere Gabe ist das Ghee, heiliger Butterschmalz, der nicht nur zum Essen dazu gehört, sondern auch über Tote gegossen wird, bevor sie in Frieden ruhen dürfen.

Auch Mist und Urin produzieren unsere Kühe in Deutschland, nur ist er da mehr lästig statt heilig. Nicht für die Inder. Ohne Mist wäre die Agrarwirtschaft um einiges erschwerter. Und wer es glaubt oder nicht in indischen Tempeln wird der heilige Urin verwendet wie hier das Weiwasser. Gelegentlich wird der ein oder andere Reisende auch die Möglichkeit haben, diese heilige fünfte Gabe zu trinken, denn es soll ein guter Schutz gegen Karies sein. Wir finden, wer so viele Gaben gibt und nichts weiter tut als Muh zu sagen, der darf auch heilig sein!