Amelies Adventure Online Diary - 2

01.08. 2010

1. August, So: Sightseeing-Tour Mumbai

Programm: Sightseeing-Tour mit dem Bus organisiert vom Hotel City Palace. Direkter Abholservice im Hotel.

Mumbai City Tour

Heute werde ich erst einmal eine City Tour machen, um Mumbai ein bisschen besser kennenzulernen. Die Tour kann direkt beim Hotel gebucht werden, wo ich gleich um 9:30 Uhr abgeholt und zum Bus gebracht werde. Auf dem Weg dorthin werde ich immer wieder von den Einheimischen angestarrt. Eine weiße Frau, die hier alleine reist und dazu noch so groß ist wie ich, stellt wohl selbst so etwas wie eine Attraktion dar.

Auch im Bus werde ich bevorzugt behandelt und bekomme gleich den ersten Fensterplatz ganz vorne im Bus. Weil ich die einzige ausländische Touristin bin, wird die Tour auf Hindi gesprochen, und einer der beiden Tour Guides übersetzt mir dann nochmal alles auf Englisch.

Die Tour dauert einige Stunden und bei den besonders wichtigen und berühmten Sehenswürdigkeiten können wir aussteigen und uns für 25-30 Minuten umsehen.

1. Stop: Gateway of India

Der Gateway ist ein Symbol der Begrüßung, aus der Zeit als Indien noch eine britische Kolonie war und Besuch aus dem Westen für gewöhnlich über den Seeweg angekommen ist. Er wurde 1926 in einem gemischten indisch-britischen Baustil erbaut und soll an den Besuch von King George V. und Queen Mary im Jahre 1911 erinnern, bei dem sich King George V. zum Kaiser von Indien krönen ließ.  Auf dem Platz vor dem Gateway kann man eine sehr bunte und vielfältige Menschenmenge beobachten: Touristen, Einheimische, Fotografen, Blumenmädchen, Fremdenführer, Verkäufer, etc. Gegenüber vom Gateway befindet sich das Taj Mahal Hotel und der Taj Tower, zwei der besten Hotels in Mumbai.

Beurteilung: Der Gateway ist total schön und auf jeden Fall ein Muss für jeden Mumbai-Besucher!

2. Prince of Wales Museum:

Das wunderschöne, spätkoloniale Gebäude bewahrt indische Kunst aus alles vorangegangen Epochen auf, und ist womöglich eines der am besten ausgestatteten Museen Indiens. Allerdings wurde ich von den Guides davon abgehalten es zu betreten, weil der Preis für Touristen acht mal so hoch ist wie der für Einheimische. Touristen zahlen in Indien grundsätzlich mehr, weil die Inder denken, dass Europäer oder Amerikaner (bzw. alle mit weißer Haut) mehr Geld zum Hergeben haben.

Stattdessen habe ich mir dann mit einem der Guides die Jehangir Art Gallery angesehen, die sich direkt neben dem Prince of Wales Museum befindet. Hier stellt im Moment ein einheimischer Künstler aus, der sogar da war, um mit den Besuchern zu sprechen! Die Bilder sind sehr modern und auch sehr farbenfroh – typisch für Indien.

Beurteilung: Museumsfans und Interessierte am Prince of Wales Museum sollten sich von dem erhöhten Preis nicht abhalten lassen. Die Kritiken in sämtlichen Reiseführern fallen sehr positiv aus, daher ist das Geld wohl auch gut investiert.

Für Kunstfans lohnt sich die Jehangir Art Gallery auf jeden Fall! Die Ausstellungen haben eine gute Qualität und sind für jeden ohne Eintrittsgebühren zugänglich.

3. Taraporewala Fish Aquarium:

 Das Aquarium direkt am Marine Drive beheimatet die verschiedensten Fischarten, Rochen, Hummer und auch einige kleine und große Wasserschildkröten. Allerdings besteht es nur aus drei kleinen Räumen und ist insgesamt eher etwas düster.

Beurteilung: Leider ein klares Nein. Lieber in Deutschland mal zu Sealife gehen!

4. Mahalaxmi Tempel:

Der Mahalaxmi Tempel ist der erste Tempel, den ich je betreten habe. In der Mitte des Tempels befindet sich so etwas wie ein begehbarer Opferschrein, wo alle Tempelbesucher ihre Gaben vor einem sehr prunkvoll und üppig geschmücktem Bildnis ihres Gottes ablegen. Um etwas opfern zu können muss man sich sogar anstellen, weil der Besucherandrang ziemlich hoch ist. Taschen und Schuhe müssen draußen bleiben! Vor dem Tempel säumen sich links und rechts unzählige Essens- und Blumenstände. Die Blumenhändler stellen hauptsächlich schöne Opferteller für den Tempel her.

Beurteilung: Eine Tempelbesichtigung ist ein Muss für jeden Indienbesucher! Allerdings wäre es sinnvoll, sich vorher ein bisschen mit der Religion bekannt zu machen, damit man besser versteht, was im Tempel so vor sich geht. Der Mahalaxmi Tempel ist besonders schön, wegen der vielen Menschen, die den Ort erst so richtig lebendig wirken lassen. Leider darf man hier keine Fotos machen, aber man behält auch so alles in bester Erinnerung!

 

5. Kamala Nehru Park:

Im Kamala Nehru Park befindet sich das Museum of Science. Hier kann man sich über die Evolution des Menschen, die Eroberung des Alls, dem menschlichen Körper oder der Dinosaurierwelt auseinandersetzen. Wer schon mal im Londoner National History Museum war, wird viele Ähnlichkeiten entdecken. Viele Ausstellungsstücke können zum Beispiel vom Besucher durch Knopf drücken in Bewegung gesetzt werden. Dadurch wird der Lerneffekt verstärkt und es macht sehr viel Spaß, alles auszuprobieren.

Beurteilung: Tolles Ausflugsziel für regnerische Tage! Ausserdem ist es nicht zu groß, sondern kann in Ruhe in zwei oder drei Stunden gründlch erforscht werden.

6. Juhu Beach am Abend:

Juhu Beach wimmelt abends nur so von Händlern, Essensständen, Einheimischen und Touristen. Hier kann man gutes Straßenessen bekommen, sich Henna-Tatoos machen lassen und einfach nur ein bisschen relaxen. Bei Sonnenuntergang ist es besonders schön!

Beurteilung: Ein Muss!

Während dem Rest der Tour sind wir auch noch an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei gekommen, wie zum Beispiel den hängenden Gärten, dem Gerichtshof, dem Sitz des Staatsoberhaupts, Victoria Terminus, Residenzen von Bollywood Stars und so weiter.

Beurteilung: Eine Stadtführung zur ersten Orientierung ist auf jeden Fall eine gute Idee! Es gibt ganz viele verschiedene, deshalb sollte man sich vorher kurz informieren, welche wohl am besten geeignet ist. Die Tour die ich gemacht habe (Zorba Tours & Travels) ist ziemlich billig und umfangreich, allerdings ist die Zeit, die man an den einzelnen Orten zum Besichtigen bekommt, etwas zu kurz – besonders für größere Museen!

 

Tipps des Tages:

  • Für Linkshänder: beim Hergeben und Entgegennehmen von Dingen (z.B. Geld) und auch beim Essen darauf achten, das immer nur die rechte Hand benutzt wird! Die linke Hand wird als unfreundlich aufgefasst.
  • Inder haben die Angewohnheit, mit dem Kopf hin und her zu wippen, wenn sie etwas bejahen oder mit etwas einverstanden sind. Für Europäer kann es aber eher nach einem Kopfschütteln bzw. nach einem Nein aussehen. Das gleiche gilt auch umgekehrt!