Amelies Adventure Online Diary - 1
31.07. 2010
Travelling Journalist in India
Programm: Ankunft und Check-in
Der erste Eindruck
Nach vielen Stunden im Flugzeug und auf den Flughäfen von Frankfurt und Muscat (Oman) setzt der Pilot allmählich zur Landung an. Vom Flugzeug aus kann ich mein erstes Reisezeil Mumbai jedoch gar nicht richtig erkennen, weil zu dieser Jahreszeit nämlich dicke Nebelwolken über der Stadt hängen, die vom Monsun verursacht werden. Der Monsun beginnt jedes Jahr am 7. Juni und hört mit dem Ganesh-Fest im September auf.
Zu dieser Zeit ist es gut, immer einen Schirm oder eine Regenjacke bei sich zu haben, da es nämlich von einem Moment auf den anderen anfangen kann zu regnen.
Kurz vor der Landung klärt sich der Himmel ein wenig und man hat freie Sicht auf Mumbai. Das erste, das mir ins Auge sticht ist Dharavi, Mumbais größter Slum. Ein Meer von blauen Abdeckplanen und Wellblechdächern erstreckt sich entlang dem Flughafen und erst am Horizont sind einige Wolkenkratzer zu erkennen. Im ersten Moment ist das ein Schock. Man weiß zwar, dass es in Indien sehr viel Armut gibt, aber sowas hätte ich nicht erwartet. Ich bin mal gespannt, was da die nächsten vier Wochen auf mich zukommt!
Unterwegs auf Mumbais Straßen
Der Weg zum Hotel ist ganz schön abenteuerlich. Mumbais Straßen sind nämlich von so ziemlich allem, das sich auf irgendeine Weise fortbewegen kann, überfüllt: Pkws, Busse, unzählige Taxis, Motor- oder Fahrräder, Kühe, Ziegen und vor allem Menschen. Und keiner davon hält sich wirklich an die Verkehrsregeln. Händler fahren ihre rollenden Geschäfte von einem Ort zum nächsten, Frauen in wunderschönen Saris balancieren rießige Körbe mit Obst und Gemüse auf ihren Köpfen und die Autos nutzen jede noch so kleine Lücke, um ihrem Ziel ein kleines Stückchen näher zu kommen. Meistens ist sogar so viel los, das man es kaum über die 40 km/h hinausschafft. Dafür wird das ganze Spektakel von einem monotonen Hupkonzert untermalt und als Beifahrer hat man die Gelegenheit, alles zu beobachten und sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.
Das Hotel
Das City Palace Hotel liegt mitten im Herzen der Stadt genau gegenüber von der Victoria Terminus Railway Station. Von außen kann man noch nicht viel erkennen, aber die Rezeption macht auf jeden Fall einen guten Eindruck. Bei der Zimmerbesichtigung fällt mir allerdings erst einmal die Kinnlade herunter. Das, was der Europäer unter einem drei bis vier Sterne Hotel versteht, wird er in Indien unter der selben Bezeichnung auf jeden Fall nicht vorfinden. Das Standard-Zimmer gleicht von der Größe und der Helligkeit her eher einer Gefängniszelle als einem Hotelzimmer und auch die Höhe des Raumes stellt sich für mich (1,87m) als große Herausforderung dar. Nach kurzem Zögern lasse ich mir doch lieber die Deluxe-Variante der Zimmer zeigen. Die sind zwar nicht sehr viel größer als die Standard-Zimmer, aber immerhin schön hell, mit Klimaanlage und Fernseher und Gemeinschaftsbad auf dem Flur. Ich entscheide mich also für das Deluxe-Zimmer, gehe meinen Plan für diese Woche nochmal durch und falle dann todmüde ins Bett... Fürs Kofferauspacken ist morgen auch noch Zeit!



